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Windstag, 11. Rondra 1035 Bosparans Fall

Mada in Myranor gesichtet?

Stapft Mada jetzt verloren, verwirrt und traurig durch Myranor, nachdem ihre ersten zarten Schritte durch Aventurien im Heulen, Wehklagen und Zähneknirschen der ewig Unzufriedenen und notorisch Undankbaren untergingen? Diese Frage quälte uns, seit das Cover von Die Ewige Mada auftauchte und so haben wir weder Kosten noch Mühen gescheut Mháire Stritter, die dank ihrer Präsenz im Orkenspalter-TV zur DSA-Prominenz zählt, aufzusuchen und zu befragen.
Wir verfielen nicht nur ihrem Charme, sondern konnten auch einiges erfahren, darunter mehr über ihre Arbeit vor der Kamera und ein Ausblick auf Das sterbende Land, den zweiten Teil der kommenden Myranor-Kampagne Wächter des Imperiums.


Mháire: Hallo liebe Vinsalter!

Vinsalt: Hallo Mháire! Vielen Dank, dass du dich zu diesem Interview bereit erklärt hast. Zum Einstieg würden wir gerne wissen, wer Mháire Stritter so abseits ihres Wirkens im DSA-Bereich ist…

Mháire: Derzeit arbeite ich neben dem Hobby PnP-Rollenspiel beim Online-Portal buffed.de und für deren Schwesternseiten und erstelle Videocontent – das heißt, beruflich geht es dann meistens um Rollenspiel am PC oder auf der Konsole. Vorher habe ich ein Studium der Sinologie, Ethnologie und Ur- und Frühgeschichte kurz vor dem Magister abgebrochen (nicht zu empfehlen) – aber die Kombination wurde von Freunden ohnehin als Hartz-4 Studium angepriesen. Immerhin habe ich so eine Art ‘Grundbildung’ in ziemlich fremden Sprachen und Kulturen sowie vorindustriellen Lebensweisen, was beim Basteln an Rollenspielen auch nicht gerade schaden kann, aber regelmäßig wegen der hohen Klugscheißquote Spielleiter in den Wahnsinn getrieben hat.

Aber ich habe mich gebessert! Ehrlich!

Vinsalt: Wie bist du zu DSA gekommen?

Mháire: Meine Eltern haben irgendwann von Freunden das urmelalte DSA-Brettspiel geschenkt bekommen und konnten damit nichts anfangen. Ich schon und mein zwei Jahre älterer Bruder erst recht. Der hat irgendwann auch das eigentliche DSA entdeckt und Box um Box angeschleppt, mit Aventurien sein Zimmer tapeziert. In dem Maßstab musste man Brabak auf den Boden pflastern und oben Teile auf die Decke auslagern…

Spätestens mit 12 wurde dann regelmäßig im heimischen Keller DSA gezockt, bald aber auch Shadowrun und selbst gebaute Systeme und Welten. Das hielt bis zum unrühmlichen Ende des Studiums an, auch wenn Mitspieler und Systeme bunt gewechselt haben. Die Einstiegsdroge DSA hat mich aber nie verlassen.

Vinsalt: Was reizt dich am Rollenspiel?

Mháire: Mich reizt daran das Entkommen aus dem Alltag und das Ausprobieren von Ideen und Entwürfen auf einer sicheren und unbegrenzten Spielwiese. Ich gehöre zu den Spielern, die wenig Wert auf Regeln legen, aber total in einer Welt oder einem Charakter aufgehen können. Und ja, ich gehöre auch zu der häufigen Sorte weiblicher Spieler, die dann immer wieder Skizzen ihrer Charaktere anfertigen, ständig mit anderen aus derselben Runde Insider-Witze machen und sich in langweiligen Vorlesungen überlegen, wie es mit der Entwicklung des derzeitigen Projektes weitergehen soll.

Vinsalt: Oh, in der Beschreibung werden sich wohl auch viele männliche Leser wiederfinden. Aber auch wenn du dem Rollenspiel schon eine ganze Weile verbunden bist, werden dich die meisten Vinsalter wohl zum ersten Mal bei Orkenspalter TV oder in deinen Filmen wahrgenommen haben haben. Wie kam deine Filmkarriere in Gang?

Mháire: Karriere? Wow. Sagen wir so, ich war auf einer LARP-Veranstaltung mit DSA-Hintergrund, nach der auch als Überleitung zu einer weiteren Veranstaltung ein DSA-Kurzfilm gedreht werden sollte. Eigentlich hatte ich einen Stapel Bücher dabei, um für meine Zwischenprüfung zu lernen, aber dann fiel spontan der Darsteller für den Inquisitor aus. Das Problem war nur, dass außer mir praktisch alle Personen vor Ort schon eine andere Rolle oder einen schönen, gemütlichen bayrischen Akzent hatten – den gerade der böse Inquisitor nicht haben sollte. Ich habe also damit angefangen, weil ich Hochdeutsch konnte (ich komme aus der traurigen westdeutschen Ecke, in der es gar keinen Dialekt gibt…). Der Kurzfilm wurde dann durch jahrelange Dreharbeiten zu einem echten Monster und während der Arbeit hat es zwischen dem ‘Chef’ und mir gefunkt. Seit drei Jahren sind eben der und ich zusammen und da ich so praktisch ohnehin bei jedem Projekt mit vor Ort bin, lande ich auch ständig vor der Kamera.

Vinsalt: Unter anderem auch als Interviewerin und Rezensentin.

Mháire: Rezensionen und Meinungen hatte ich vorher schriftlich ausgearbeitet und auf meiner Seite oder in verschiedenen Online-Communities veröffentlicht – und mein Freund wollte etwas ähnliches nur in Videoform für DSA machen. Da hat sich das dann nur logisch ergeben, dass wir beides miteinander kombiniert haben. Inzwischen teilen wir die Menge des Lesens und Schreibens ganz gut auf, nur stehe ich dann alleine vor der Kamera und darf die Texte vortragen.

Vinsalt: Wie gehst du eigentlich vor, wenn du ein neues Video in Angriff nimmst? Du wirkst so natürlich und spontan vor der Kamera, dass man sich fast vorstellen kann, du würdest das alles so aus dem Ärmel schütteln.

Mháire: Das wäre schön – und danke für das Kompliment -, aber tatsächlich steckt doch ein bisschen mehr Vorarbeit drin. Meistens schreiben wir fertig ausformulierte Texte, die es dann vor der Kamera möglichst genau wiederzugeben gilt. Improvisierte kurze Teile sind natürlich trotzdem drin… Auch aus Zeitdruck versuchen wir aber derzeit, auf ein System mit Stichpunkten umzustellen, die ich dann direkt frei umformuliere und es klappt auch ganz gut.

Was aber natürlich außer uns niemand sieht sind die hunderte von Versprechern, Lachkrämpfen und kindischen Wutanfällen mit zappelnden Armen, wenn ein Satz einfach nicht und nicht glatt über die Lippen gehen will. Gerade Aufzählungen mit Subjekt-Adjektiv-Pärchen sind die Hölle – “Dank des angenehmen Stils, der mitreißenden Inszenierung und der gut ausgearbeiteten Charaktere…”- und mehrfache Wechsel zwischen deutscher und englischer Aussprache in einem Satz sorgen für viele falsch gesprochene R’s….

Vinsalt: Womit wir wieder bei buffed.de wären. Haben die eigentlich irgendwann einfach an deiner Tür geklingelt?

Mháire: Nicht direkt. Der Verlag von buffed hatte einen neuen Video-Redakteur für die Online-Abteilung gesucht und mein Freund hatte sich beworben. Ich hatte beschlossen, im Fall des Falles mitzukommen und mir einen Job in der Region zu suchen. Allerdings hatte er in sein Präsentations-Video auch viele Passagen aus Orkenspalter-TV und unseren Gaming-Parodien geschnitten. Und so gab es dann einen spontanen Anruf von meinem jetzigen Chef, ob ich nicht Interesse an einer Trainee-Stelle hätte. Hatte ich natürlich – und jetzt werde ich wohl auch hier bleiben.

Im Grunde kann man also sagen, dass meine PnP-Rollenspielbegeisterung mit dem Umweg über Orkenspalter TV der Grund für den überraschend angebotenen Job ist.


Vinsalt: Und nicht nur das: Von Interviews, Rezensionen und Schauspielerei war es dann anscheinend auch ein direkter Weg zur Rollenspiel-Autorin, oder?

Mháire: Im Grunde schon. Wir haben im Rahmen des Filmens und des Rollenspiels auch viel erst mit Uli Lindner und dann Patric Götz zu tun gehabt. Wir haben uns viel über Projekte unterhalten und Unsinn angestellt und sie dazu gezwungen, Auftritte im Film hinzulegen – und irgendwann kam es dann zu der Zusammenarbeit auch in schriftlicher Form.

Vinsalt: Warum Myranor?

Mháire: Erstens: Weil es da ist. Und zweitens, weil ich das Setting sehr reizvoll finde. Ich habe ein ausgesprochenes Faible für die europäische Antike und im Studium habe ich mich in Ethnologie vor allem mit Südostasien beschäftigt, was beides ja wichtige Inspirationsquellen für Myranor sind. Ich mag es zum selber schreiben gerne ein bisschen exotischer und fremdartiger als das meist doch recht ‘brave’ Aventurien.

Vinsalt: Hättest du denn Lust, auch etwas für Aventurien zu schreiben?

Mháire: Generell scheue ich mich vor der noch viel krasseren Menge an Recherche – und überhaupt bin ich derzeit schon ein bisschen mit den paar Sachen für Myranor ausgelastet. Ich spiele durchaus gerne in Aventurien und leite vor allem gerne, aber hätte kontinuierlich Nachschlage-Panik bei allen Details, wenn ich die Ideen dann tatsächlich korrekt zu Papier bringen müsste und nicht durch Improvisation am Spieltisch Klippen umschiffen könnte.

Vinsalt: Zurück nach Myranor- Was bedeutet es, wenn es heißt, dass das von dir mitverfasste Solo-Abenteuer “Die Verbotene Kammer” ein Prolog zur Ewigen Mada sei?

Mháire: “Die Verbotene Kammer” ist tatsächlich ein ganz normaler Prolog: Sie erzählt uns etwas zu der eigentlich folgenden Geschichte, ohne schon zu viel zu verraten. In der Verbotenen Kammer begegnen wir Personen, die in der Ewigen Mada und im zweiten Teil der Kampagne noch eine Rolle spielen werden und kriegen auch schon erste Plotinfos an den Kopf geworfen. Das heißt aber zum Glück nicht, dass man das Abenteuer spielen müsste, um die Kampagne zu verstehen.

Vinsalt: Kannst Du uns mehr über Die Ewige Mada verraten?

Mháire: Ich denke schon. Die Ewige Mada spielt praktisch nur in Xarxaron und Umgebung, beschäftigt sich mit der Zukunft der Magokratie vor Ort und wird die Draydal als Bedrohung für den zweiten Teil aufbauen. Von der Struktur her ist es zweigeteilt: Ein recht ausführlicher Einstieg und dann ein erstes Abenteuer, das entweder für soziale Helden etwas wird oder als Dungeoncrawl gelöst werden kann oder als Mischung aus beidem, führen zum zweiten Teil. Der setzt viel auf Reisen und vor allem auf Interaktion mit Meisterpersonen. Die Helden bekommen der Einfachheit halber ein Luftschiff in die Hand gedrückt und damit geht eine ziemlich bunt durchmischte Crew einher, die auch als Aufhänger für ‘Subquesten’ dient. Das Vorbild für die Idee ist wohl recht eindeutig – aber es ist auch ein Prinzip, das Vielseitigkeit ermöglicht und unterschiedliche Aspekte Myranors hervorheben kann.

Vinsalt: Ein Abenteuer zu Mada in Myranor außerhalb von Era’Sumu – darf man sowas überhaupt?

Mháire: Also verboten hat es mir zum Glück niemand. Das Problem ist eher, dass ich die wohl die feste Tradition von Rollenspiel-Titeln durchbrochen habe, auf dem Cover genau zu sagen, was einen drinnen erwartet. Ich fürchte, alle, die auf Mada-Metaplot spekulieren, werden enttäuscht – denn der Titel ist eher eine falsche Fährte und sollte von der Wortmelodie her zum zweiten Teil passen, der wohl auf “Das sterbende Land” hören wird. Soviel sei gesagt: Die Ewige Mada bezeichnet nicht die Göttin per se, sondern einen Gegenstand.

Vinsalt: Ok, da hast du uns jetzt aber wirklich kalt erwischt! Zum Ausgleich wäre es da doch wirklich nur fair, wenn du zumindest andeuten würdest, was für ein Artefakt die Ewige Mada ist. Ist sie das erwähnte Luftschiff?

Mháire: Nein, es handelt sich um eine Figur der Göttin. Insofern schon eine Mada, aber eine ausgesprochen leblose.

Vinsalt: Um nochmal auf etwas zurückzukommen, das du eben gesagt hattest, nämlich, dass du mit dem Titel wohl eine Tradition durchbrochen hast: Meinst du, dass es zu viele dieser ungeschriebenen Regeln im Rollenspiel-Bereich gibt? Traut man sich zu wenig Neues?

Mháire: Ich glaube es gibt schon gute alte Konventionen. Als ich das Thema neulich u.a. mit Uli (Lindner) und Patric (Götz) angesprochen habe, zählte Uli etwas nachdenklich auf und stellte fest: “In der ‘Pyramide des Schreckens’ geht es um eine schreckliche Pyramide, von der man am Anfang noch gar nichts weiß… Und in den ‘Minen von Crimlak’ geht es nicht um Zahnärzte in Saragossa.”. Abenteuer tragen schon mal gerne im Namen, was der Hauptplotpunkt ist – oder eben etwas, das mysteriös, altertümlich oder einfach cool klingt.

Ich denke nicht, dass man da generell etwas dran ändern muss – gerade etwas wie ‘Die Minen von Crimlak’ klingt schon wieder so oldschool, dass es cool ist. Ich mag jedoch Romantitel à la Umberto Eco sehr gerne – ‘Der Name der Rose’ ist im Grunde nichts von Bedeutung für die Handlung, wird erst am Ende inhaltlich aufgeklärt und ist trotzdem klangvoll und bleibt in Erinnerung: Perfekt!

Was man sich aber guten Gewissens auch mehr trauen könnte, wäre die Suche nach neuen Inspirationsquellen. Ich mag Abenteuer, die entweder ihr Setting oder ihre Erzählstruktur etwas anders handhaben als das klassische Schema ‘Heldengruppe stößt auf Problem – reist an einen bestimmten Ort – stellt Nachforschungen an – dringt in eine Festung/ein Grab/eine verborgene Anlage ein – besteht den Endkampf’. Romane und Kino sind naheliegende Quellen, um sich ein bisschen was auszuleihen, aber ich finde auch Comics und inzwischen Computer-Rollenspiele bieten einiges an Ideen. Sowohl für Erzählungen als auch für Charaktere und die allgemeine ‘Inszenierung’.
Und ich schätze, dass man an der Ewigen Mada deutlich merken wird, dass ich ein ziemlich großer Fan der Bioware-Produkte bin…

Vinsalt: Was macht “Die Ewige Mada” denn zu einem “myranischen” Abenteuer? Im Gegensatz zu einem Standard-Fantasy- oder Aventurien-Abenteuer?

Mháire: Ich habe mich bemüht, viele Aspekte des myranischen Flairs einzubringen. Gerade mit der Magokratie kann man zum Beispiel deutlich zeigen, wie unterschiedlich Magie in Myranor im Vergleich zu Aventurien gehandhabt wird. Über Nebenquesten und Meisterpersonen wird auch auf einige myranische Rassen und ihre Hintergründe genauer eingegangen. Viele Settings sind auch so in Aventurien nicht möglich und auch in anderen Rollenspielen nicht gerade häufig: So etwas wie eine riesige Savannenlandschaft mit Hirten-Nomaden wäre zum Beispiel schwer noch in Aventurien unterzubringen, ohne ein weiteres Mal Pyrdacor zur Klimabereinigung zur Hilfe zu rufen.

Vor allem aber sind die Hintergründe des Abenteuers fest mit der myranischen Geschichte verknüpft. Klar könnte man in freieren Systemen parallele Situationen finden, aber spontan käme mir für Aventurien direkt nichts in den Sinn, was genau so funktionieren würde.

Oh, und natürlich hat man in Myranor freiere Hand als in Aventurien. Ich darf direkt mal ein ganzes Horasiat in Gefahr bringen, wenn ich Lust dazu habe.

Fazit ist: es sind wohl viele Aspekte, die das Abenteuer myranisch machen. Es ist fest mit dem myranischen Hintergrund entstanden und nicht aus einer Idee heraus, die dann an diesen Hintergrund angepasst wurde.

Vinsalt: Wird das Abenteuer vielleicht auch Verbindungen zu Aventurien bzw. dessen Mythologie enthalten?

Mháire: Nein, das eher weniger. Wie gesagt geht es schließlich nicht um die ‘echte’ Mada. Sicherlich werden aventurische Charaktere auch in der Ewigen Mada auf Parallelen stoßen, gerade was Götter angeht, aber nicht über die Informationen hinaus, die vorher schon gesetzt waren.

Vinsalt: Kannst du uns vielleicht auch sagen, was es mit der Kampagne “Wächter des Imperiums”, von der wir im Zusammenhang mit deinem Abenteuer hörten, auf sich hat? Soweit wir verstanden haben bilden Die Ewige Mada und Das sterbende Land (AT) die Kampagne Wächter des Imperiums, zu der Die Verbotene Kammer der optionale Prolog ist.

Mháire: Es hat mit der Kampagne vor allem eines auf sich: Das Exposé für Wächter des Imperiums machte schon mehr oder minder deutlich, dass es die Maße eines einfachen Bandes sprengen würde, also bekam ich spontan angeboten, zwei daraus zu machen. Und wie oben schon gesagt, geht es vor allem um das Schicksal Xarxarons, im zweiten Band aber auch stark um Anthalia – also das Land, das zwischen dem ‘Bollwerk des Imperiums’ und den Feinden im Westen liegt und von den Spannungen zerrüttet ist. Es wird episch (hoffentlich) und strebt auf einen ziemlich großen Showdown zu.

Vinsalt: Das klingt auf jeden Fall interessant! Hast du weitere schriftstellerische Eisen im Feuer?

Mháire: Die liegen derzeit eigentlich alle neben der Esse und werden nicht bearbeitet. Das liegt daran, dass ich
a) immer schon meine Schwierigkeiten hatte, ein Projekt auch zu Ende zu führen ohne zwanzig andere zwischendrin neu anzufangen und
b) dass mir so viele nebensächliche Dinge wie mein Job und tatsächlich Rollenspiele zu spielen (ob PnP oder am PC/an der Konsole) eine Menge Zeit rauben. Neben der Mada und dem zweiten Teil der Kampagne darf ich auch etwas zur nächsten Myranor-Anthologie beisteuern, aber über Myranor und Rollenspiel hinaus sind es vor allem private Projekte, die wohl nie das Licht der Veröffentlichung sehen werden. Ich bin in klassischer ‘Für-die-Schublade-Schreiber’. Und in der Schublade liegen sehr viele halbe Romane, eigene Rollenspiele und zahlreiche Kleinigkeiten.

Vinsalt: Moment, Moment! Eine neue Myranor-Anthologie? Kannst du uns dazu vielleicht ein bisschen mehr erzählen?

Mháire: Auf der Dreieich-Con wurde schon drüber geredet – es geht um eine Anthologie zum Codex Monstrorum, also zum Band über die bizarren und gefährlichen Kreaturen Myranors. In der Sammlung, die wohl als “Jäger und Beute” erscheinen wird hat sich jeder Autor ein Wesen aus dem Codex aussuchen ‘dürfen’ und dazu ein Abenteuer geschrieben. Ich habe mir dabei den Gischtwurm geschnappt und noch ordentlich die Hippocampir (Seepferdchenmenschen) hineingemischt – einfach weil ich ein großer Fan von den realen Seepferdchen bin. Neben einem kleinen Stadtabenteuerpart und etwas Politik geht es hier vor allem um einen Unterwasserdungeon – also eher Dungeon-Dive als Dungeon-Crawl.

Vinsalt: Wir warten gespannt.Und damit kommen wir so langsam zum Ende des Interviews… Wie beeindruckt bist du, dass wir dich nicht nach deinem Vornamen gefragt haben?

Mháire: Ziemlich! Um ehrlich zu sein muss ich den Gesprächsanfangsinstinkt unterdrücken, erst mal zu erklären, wie der Buchstabenhaufen ausgesprochen wird und warum mein Vater auch noch einen Grammatikfehler eingebaut hat. Eine ziemlich neue Erfahrung. Danke dafür!

Vinsalt: Wir haben zu danken! Möchtest du den Vinsaltern zum Abschluss noch irgendetwas sagen?

Mháire: Oh ja – ihr seid die ersten Leute, die mich interviewen, und nicht anders herum. Bisher hat sogar meine Plüscheule mehr Aufmerksamkeit erhalten. Insofern danke, dass ihr euch für das Abenteuer interessiert – und vor allem für den echt charmanten und freundlichen Tonfall und Umgang. Ihr seid klasse.

Vinsalt: Das Kompliment geben wir gerne zurück! Und dass ein Stofftier mehr Aufmerksamkeit bekommt als du, kann man nun wirklich nicht durchgehen lassen. Insofern können wir nur ausdrücklich fordern, den Heinz-Con in Mháire-Con umzubenennen! Damit sollte das doch eigentlich klar sein…

Mháire: Oh Gott, bloß nicht! Auch wenn Heinz derzeit im Jenseits weilt, will ich seine Rache nicht erleben, wenn ich seinen Ruhm an mich reiße! Abgesehen davon findet dort auch die offizielle Trauerfeier für ihn statt und daher wäre es auch ziemlich unangemessen, das Ding umzubenennen.

Und wo ihr mir schon die Chance gebt, etwas schamlose Werbung: Auf der Heinz-Con, vom 9. bis 11. März, gibt es nicht nur Trauerfeiern für tote Plüscheulen, sondern vor allem Rollenspiel und Workshops rings um das Uhrwerk-Portfolio, alles auf einer schicken kleinen Burganlage. Und gefüttert wird man auch. Und obwohl ich als Mitveranstalterin vermutlich ein stressiges Wochenende haben werde, freue ich mich trotzdem irrsinnig drauf, vor allem auch weil ich hoffe, eine ganze Reihe neuer Gesichter etwas besser kennen zu lernen als auf größeren Cons.

Das war’s jetzt aber auch. Nochmal danke für das Interview und allen ein gesundes Überleben des bitterkalten Winters!



Plauder mit uns über das Abenteuer und das Interview!

Vinsalt mit Dank an alle Beteiligten insbesondere Mháire Stritter, Jan Rodewald und den Uhrwerk-Verlag.

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