Warning: Invalid argument supplied for foreach() in /kunden/116667_59399/webseiten/spielblog/wp-content/plugins/wp-twitter-timeline/wp-twitter-timeline.php on line 236

Markttag, 23. Peraine 1030 Bosparans Fall

The Eye of Judgment oder: Sammelkartenspiel trifft auf Videospiel

23. Peraine 1030 Bosparans Fall - 10:23 | Von: | Kategorie/n: S07 - Neuheiten, Z Spiel '07 Diesen Beitrag drucken

Traditionellerweise sind die Internationalen Spieltage keine Messe für Computer- und Videospiele. Das klassische Brett- oder Kartenspiel dominiert die Spieltische in Essen, wiewohl es immer schon vereinzelt auch Computer- bzw. Videospiele an einzelnen Ständen gab.

Nun wird versucht ein (Sammel)Kartenspiel mit einem Videospiel zu verknüpfen, was eigentlich ziemlich merkwürdig klingt, da an und für sich Sammelkartenspiele und Videospiele nicht “kompatibel” zueinander sind: Letztere kauft man, spielt sie auf seiner Konsole alleine, gegen Freunde oder in letzter Zeit immer mehr auch online via Internet gegen andere Spieler.

Bei Sammelkartenspielen wie z.B. dem Marktbegründer und -führer Magic: Die Zusammenkunft hingegen kauft man sich immer mehr Karten (sammelt diese also), da die unterschiedlich seltenen Karten auch unterschiedliche Auswirkungen auf das Spielgeschehen haben.

Sony, Wizards of the Coast (die Magic-Macher) und Hasbro (die die Küstenzauberer vor einiger Zeit übernommen haben) halten das ganze jedoch dennoch für kompatibel und präsentierten daher in Essen exklusiv vor dem eigentlichen Start das Playstation 3-Spiel The Eye of Judgment (TEOJ). Dieses Spiel soll die Welten der Videospiele mit denen der Sammelkartenspiele verbinden soll und wird offiziell ab dem 24. Oktober 2007 erhältlich sein.

Somit konnte man in Essen TEOJ schon vorab probespielen und sich das Spielprinzip erklären lassen.





TEOJ verknüpft dabei das klassische Videospiel insofern mit dem klassischen Sammelkartenspiel, als dass man die Spielkarten im Videospiel selbst benötigt; ohne die Karten kann man das Spiel nicht nutzen. Zusammen mit dem Spiel wird eine USB-Kamera für die Playstation 3 namens Playstation Eye mitgeliefert, die mittels des Statives über ein spezielles, gerastertes Spielfeld angebracht wird. Somit kann die Kamera alle Karten, die man auf die einzelnen Spielfelder legt, anhand spezieller Barcodes erkennen und verarbeiten.

Die einzelnen Karten weisen – wie bei Sammelkartenspielen üblich – unterschiedliche Stärken und Schwächen auf, wobei man jedoch auch noch auf die spezielle Spielumgebung aufpassen muss. So ist z.B. eine Feuerkreatur in einer Wasserregion nicht unbedingt nützlich. Die Spieler legen nacheinander ihre Karten aus und versuchen durch das geschickte Positionieren ihrer Karten insgesamt fünf der neun Spielfelder für sich zu erobern.

Im Lieferumfang des für 102,95 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) angebotenen TEOJ befindet sich neben dem eigentlichen Spiel, der Kamera, dem Stativ und der Spielunterlage auch ein Starter-Set mit 30 Kreaturen- und Zauberkarten und ein Booster-Set mit acht zufällig ausgewählten Karten sowie vier zusätzlichen Funktionskarten. Weitere Karten können als Booster-Sets (3,50 Euro) bzw. Themen-Sets (12,50 Euro) erworben werden.

Meine erste Meinung zu TEOJ:
Die Idee Videospiele und Sammelkartenspiele zu vereinen ist an sich interessant und als ehemaliger Spieler eines Sammelkartenspieles wäre ich froh gewesen, wenn ich das nicht nur von Zeit zu Zeit hätte spielen können (nämlich dann wenn potentielle Mitspieler anwesend sind), sondern auch online mit anderen Spielern. Insofern hat dieses Spiel sicherlich Potential.

Inwiefern das Spiel von den Spielmechanismen ausgewogen ist kann ich nach dem kurzen Intermezzo in Essen nicht sagen – es ist jedoch davon auszugehen, dass die Mitarbeit von Wizards of the Coast die mit diesem Spieltyp jahrelange Erfahrung haben sich hier positiv auszahlen wird. Und falls doch mal Änderungen in der Spielmechanik erforderlich sein sollten – die PS3 verfügt bekanntlich über Online-Funktionen.

Etwas happig finde ich jedoch die Preisstruktur. Natürlich ist der Lieferumfang nicht schlecht und sicherlich macht auch gerade die Hardware einen Teil des hohen empfohlenen Preises von über 100,- Euro aus. Doch jetzt eliminiert ein Nachteil der Sammelkartenspiele die Vorteile der Videospiele. Kauft man sich ein Videospiel ist es normalerweise mit dieser Investition getan. Bei Sammelkartenspielen kauft man jedoch immer mehr – bzw. soll immer mehr neue Karten kaufen. Unzählige Magic-Erweiterungen sprechen hier Bände.

Insofern wird über kurz oder lang auch TEOJ weitere Folgeinvestitionen verursachen und damit zu einem nicht günstigen Vergnügen. Man darf dabei natürlich nicht vergessen, dass man auch die Sony Playstation 3 noch benötigt, für die man auch noch einen hohen dreistelligen Betrag hinlegen muss. Insofern frage ich mich auch, ob die u.a. anvisierte Zielgruppe von Videospiel-Unerfahrenen diesem Spiel überhaupt jemals eine Chance geben kann, denn ich persönlich würde als jemand, der sich nicht gerade für Videospiele interessiert wohl kaum mal eben rund 500,- Euro (400,- Euro für die PS3 mit 40 GB-Festplatte und rund 100,- Euro für TEOJ) ausgeben…

Einen Kommentar hinterlassen