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Windstag, 21. Peraine 1030 Bosparans Fall

Wie geht es eigentlich auf der Spiele-Messe zu?

21. Peraine 1030 Bosparans Fall - 21:23 | Von: | Kategorie/n: Z Spiel '07 Diesen Beitrag drucken

Hört man normalerweise (im nicht-religiösen Zusammenhang) den Begriff Messe denkt man meistens an Ausstellungen, auf denen Anzüge und Business-Kostüme dominieren, wo Hostessen kalte Getränke und Knabbersachen reichen, während man sich die Neuheiten der jeweiligen Branche interessiert anschaut und ggf. in den Hinterzimmern der Messestände millionenschwere Verträge darüber abschließt.

Doch nicht jede Messe ist so – die Internationalen Spieltage in Essen z.B. sind so ziemlich das Gegenteil von einer Fachbesucher-Messe:

Denn in Essen kann, darf und soll gespielt werden. Natürlich sieht man auch mal den einen oder anderen Anzugträger der geschäftig mit dem Handy am Ohr durch die Hallen eilt – das ist hier aber ungefähr so selten wie ein souveräner Bundesliga-Sieg von Borussia Dortmund in dieser Saison.

Stattdessen wird das Bild von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in praktischer Freizeitkleidung dominiert, die an den einzelnen Spieleständen die Neuheiten des jeweiligen Verlages nicht nur auf den zur Verfügung gestellten Tischen ausprobieren, sondern auch auf dem Teppich des Messestandes, auf mitgebrachten Koffern (die als Ersatztisch dienen) oder gar auf nacktem Messehallenboden an den Rändern der Messe. Hier wäre dann auch ein Anzug eventuell fehl am Platz. Traditionsgemäß kann man eigentlich jedes vorgestellte Spiel direkt live ausprobieren und muss noch nicht einmal unbedingt die Spielregel konsultieren. Diese werden zwar immer vorbildhafter (und erhalten unter Umständen wie bei Burg Appenzell sogar einen Preis dafür), doch oft kann einem das Standpersonal die notwendigen Regeln erklären, die ersten Spielzüge beobachten und wertvolle Tipps geben. Da macht das Spielen gleich umso viel mehr Spaß.

Dadurch, dass diese Messe als Publikumsmesse auch eine Verkaufsmesse ist, sieht man auch wie man fast an jedem Stand die jeweiligen Spiele direkt kaufen kann. Geht es um ältere Spiele helfen einem die dort auch vertretenen Spielwarenhändler, die das aktuelle Lieferprogramm zum großen Teil in Essen präsentieren und verkaufen.
Bei besonders bei älteren Spielen aus dem Spieleantiquariat (z.B. für die Monopoly-Ausgabe aus den 50′er Jahren in der quadratischen Packung mit dem grauen Deckel – meine Eltern haben die sogar noch…) helfen einem die Händler z.B. in Halle 4 weiter, wo man viele Spiele-Perlen der Vergangenheit (siehe auch diesen Beitrag hier im WAZ-Blog), aber auch Skurrilitäten entdecken kann.

So wundert es nicht, dass man gerade zu späteren Messestunden Personen sieht, die nicht nur Koffer (bevorzugt in der Trolley-Variante) schleppen bzw. ziehen, sondern auch voll gepackte Sackkarren mit mehreren Kartons voll mit Spielen sieht. Teilweise geben einige Spieler mehrere hundert Euro im Rahmen der vier Messetage aus.

Ansonsten kann man in Essen auch die Chance ergreifen mal die Autoren eines Spieles persönlich zu sprechen; klar, je prominenter man ist (z.B. Klaus Teuber der Autor der Siedler von Catan) um so schwieriger dürfte es werden z.B. bei einer der zahlreichen Autogrammstunden mehr als nur ein Wort zu wechseln, aber gerade bei den jungen aufstrebenden Spieleautoren hat man die Chance nicht nur direkt mit ihnen selbst die jeweiligen Spiele zu spielen, sondern sich auch z.B. über die Entstehung des Spieles, die Auswirkungen von Spielmechanismen usw. zu unterhalten. So entsteht natürlich auch ein wertvolles Feedback für die Autoren und auch die Verlage, die hier in Essen so eng mit der Kundschaft kommunizieren, wie es sonst kaum möglich wäre.

… so, und es geht wieder gleich nach Essen, jetzt zum zweiten Tag!

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